Dolce & Gabbana, das war’s

Die Luxusmarke Dolce & Gabbana braucht China - aber China braucht Dolce & Gabbana nicht. Es gibt genug andere Luxusmarken auf der Welt. Chinesen können auch anderswo einkaufen. Für das Modeunternehmen aus Mailand aber ist China ein wichtiger, wenn nicht DER wichtigste Wachstumsmarkt. Wie übrigens für alle Hersteller von Luxusartikeln, denn es gibt immer mehr Chinesen, die das Geld für Luxus haben - und auch ausgeben. Chinesen haben im Zuge der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte eine Liebe für den Luxus entwickelt. Wofür wir Chinese aber vor allem Liebe haben, ist für unser Land. Da kennen wir nichts. Don’t mess with China!

 

Überlegt einmal, wie lange es das Land China schon gibt. Einzelne Königreiche wurden schon 200 v. Chr. zu einem großen Land geeint. Seit jeher betrachten die Chinesen sich als die Mitte der Welt, so drückt es ja auch der chinesische Name unseres Landes aus: Zhong guo, Land der Mitte. Das mag man jetzt gut finden oder schlecht - es ist doch die Realität, das Lebensgefühl der meisten Chinesen. Und das hätten Domenico Dolce und Stefano Gabbana lieber berücksichtigen sollen, bevor sie im Internet über China wetterten.

 

Der Shitstorm, der damit ausgelöst wurde, sucht seinesgleichen. Von “Rassismus” war schnell die Rede; Chinesen weigerten sich öffentlich, weiter bei Dolce & Gabbana zu kaufen. Ein Super-GAU für das Unternhemen. Eine Mega-Modenschau in Shanghai wurde kurzerhand abgesagt. Und dann taten die beiden Gründer auch noch etwas, das sie besser bleiben gelassen hätten. Sie drehten ein Entschuldigungsvideo. Alles unter dem Motto “DG loves China”. Das hatte sich irgendein überbezahlter und unterbelichteter PR-Berater als “Lösung für diesen Notfall” ausgedacht. Und doch ernteten Dolce & Gabbana dafür noch mehr Spott und Vorwürfe - und der Shitstorm wurde zum Shit-Taifun. Die meisten Chinsen sahen darin keine wirkliche Reue, sondern in der “Entschuldigung” vor dem Dollar Zeichen, um den Umsatz des Unternehmens zu retten. Es wurde also schlimmer und schlimmer.

 

Dieser ganze peinliche Vorfall zeigt nur, wie unsensibel Dolce & Gabbana mit dem wichtigsten Zukunftsmarkt der Welt umgegangen sind. Chinesen sind sehr web-affin und lieben es, sich in sozialen Netzwerken auszutauschen. So dauerte es natürlich nicht lange, bis sprichwörtlich das ganze Land Bescheid wusste. Europa hinkt bei einer derartigen Geschwindigkeiten im Geschäftsleben weit hinterher. Bevor das Krisen-Meeting für solche PR Pannen zu Ende geht, hat das Ereignis in China seine Wirkung schon landesweit erreicht, und die Produkte werden auf  verschiedenen Online Plattformen oder Exklusiv Stores an Flughäfen boykottiert. Für das Modeunternehmen aus Mailand ist es damit in China gelaufen. Schade eigentlich, aber selbst verschuldet, völlig unnötig und geschäftsschädigend ohne Ende.. Denn Dolce & Gabbana brauchen China - aber China braucht Dolce & Gabbana nicht.

 

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