Im Mutterland des Feuerwerks

Jetzt steht China wieder still (siehe meinen Blog vom 16.2.), denn es wird das neue Jahr gefeiert, das Jahr des Hundes. Das Jahr des Hahns ist am 15.2. zu Ende gegangen. Als nächstes folgt 2019 das Jahr des Schweins.

 

Wer jetzt in eine chinesische Großstadt kommt, dem fallen die vielen Händler auf, die Feuerwerk verkaufen. In China dauert das Neujahrsfest zwei Wochen, von Vollmond bis Neumond. Geböllert wir während der gesamten Zeit – der erste und der letzte Tag des Festes bilden dabei die Höhepunkte. Die Straßenverkäufer sorgen fortlaufend für Nachschub an Sprengstoff. Von „Brot statt Böller“ hat kein Chinese jemals gehört. Böllern ist Tradition, Volkssport und nationale Pflicht. Es vertreibt die bösen Geister und begrüßt die guten.

 

Halten wir doch kurz bei einem Straßenhändler an und schauen, was dieses Jahr im Angebot ist. Auf dem Boden sind Raketen gestapelt, auf einem Handkarren Batterien von Kanonenschlägen unterschiedlicher Größe. Sie werden hauptsächlich als komplette Ketten zu 30 oder 50 Stück verkauft. Einzelböller sind der Mühe kaum wert. Obwohl jeder dieser Dinger mit so einem ohrenbetäubenden Bumms losgeht, dass einem die Hosenbeine schlottern. Die Böllerketten hängt man in einen Baum oder ähnliches und erzeugt damit eine gewaltige Explosionskaskade, die einem den Atem aus der Lunge saugt.

 

Der Clou der Saison: Eine Röhre mit Zündschnur, aus der zunächst ein faustgroßer Ball in die Luft geschossen wird; in zehn Metern Höhe explodiert der Ball dann selbst mit einem Knall, der in den Ohren schmerzt. Gleich daneben: Kinderfeuerwerk wie Wunderkerzen, Knallfrösche und anderes harmloses Zeug. Chinesische Kinder werden früh an die Böllerei herangeführt, so passieren später weniger Unfälle.

 

Das große Knallen beginnt so gegen 18 Uhr und dauert bis weit nach Mitternacht. Schon bald ist der Abendhimmel taghell erleuchtet, der Vorrat an Raketen schein unerschöpflich.  Nicht nur Raketen ziehen leuchtende Fäden durch die Nacht. Auch der „normale“ Chinaböller geht noch größer. Im Block nebenan gibt es plötzlich einen Blitz und einen Donner, dass bei uns die Fensterscheiben zittern.

 

Und aus Millionen Kehlen schallt es: Xin nian kuaile Ein frohes neues Jahr!

 

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